© FeG Eberbach | 2022
Gasthaus
Andacht
Mein Vater hat im Sommerurlaub im Ausland immer gesagt, wenn wir auf der Suche nach einer
Gaststätte waren: „Haltet Ausschau nach einem Kirchturm. Denn wo ein Kirchturm ist, da ist auch meist
eine Gaststätte“. Vor allem im Mittelalter waren viele Gasthäuser eng mit der Kirche verbunden. Oft
lagen Kirchen in der Nähe von Klöstern oder Pilgerwegen, wo Reisende Einkehr fanden.
Der Name vieler traditionsgeführter Gaststätten hat einen biblischen Bezug. In Eberbach haben auch wir
die Gaststätten „zum Adler“ und „zum Lamm“, die mit ihren christlichen Symbolen im Namen deutlich
machen: hier finden die Pilger christliche Werte wie Gastfreundschaft, Schutz und Sicherheit. Christen,
auch diejenigen, die nicht lesen konnten, hatten durch die biblischen Symbole auf ihrer Reise einen
Hinweis auf gleichgesinnte Glaubensgeschwister, die für geschwisterliche Gemeinschaft einstanden.
Gastfreundschaft ist bis heute ein hoher biblischer Wert. So lesen wir zum Beispiel in Hebräer 13,2:
„Vernachlässigt nicht die Gastfreundschaft;
denn durch sie haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt.“
Der Hebräerbriefschreiber nimmt Bezug auf eine alttestamentliche Begebenheit. Zu Abraham kamen
drei Männer, die sich im Verlauf der Begegnung als Engel Gottes zu erkennen gaben. Im Gepäck der drei
Engel war eine wunderbare Verheißung: „In einem Jahr wird der HERR euch ein Kind schenken!“ Ein
Herzenswunsch, der für Abraham und Sara in Erfüllung gehen sollte. Für die Beiden eine Begegnung, die
sie nie wieder vergessen sollten. Mit den drei Gästen verbinden sie zu Lebzeiten immer den Segen des
HERRN.
Auch wenn wir heute unsere Häuser öffnen, besteht immer die atemberaubende Möglichkeit, dass wir
durch die Gemeinschaft untereinander Gottes Segen erleben werden. Sehr häufig durften wir als Familie
erleben, wie wir durch die Tischgemeinschaft oder Feuerstellengemeinschaft eine gesegnete Zeit haben
durften. Das Grüßen, die Begegnung, der Austausch und das gemeinsame Essen verbindet und stärkt
die Gemeinschaft.
Nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr werden wir auch in diesem Jahr wieder das „Offene Haus“ in
der Gemeinde anbieten. Darüber hinaus kann jeder immer wieder sein Haus öffnen und gesegnet und
zum Segen für andere werden.
Ich freue mich auf Engelsbegegnungen im Jahr 2025!